Vorbereitungen
(Landkarten und andere Informationsquellen, Visum, Gesundheitsvorsorge und Zahlungsmittel)

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Landkarten:

Für
Deutschland und Tschechien taugen die in Deutschland erhältlichen Autokarten 1:200.000. In beiden Ländern gibt es ein relativ dichtes Netz von Nebenstraßen in gutem Zustand.

In Polen sind die Fernverkehrsstraßen sehr stark befahren und oft recht schmal. Das Netz der Nebenstraßen ist nicht besonders dicht und deren Zustand ist für ein zügiges Vorankommen mit dem Fahrrad oft zu schlecht. Es gibt aber genügend überregionale Landstraßen in gutem Zustand und mit wenig Verkehr. Eine in Deutschland gekaufte Autokarte 1:750.000 erfüllte ihren Zweck gut. Für die Industrieregionen in Süd-Polen kann man genauere Karten eventuell vor Ort kaufen.

In den Baltischen Staaten ist das Straßennetz noch nicht so dicht und der Verkehr auf den Hauptstraßen ist i.d.R. erträglich. Die in Deutschland gekaufte Autokarte 1:750.000 bewährte sich gut bis St.Petersburg. Nördlich von Vilnius in Litauen gibt es mehrere neue Autobahnabschnitte und neu trassierte Teile der Fernstraße nach Riga, die noch nicht in den Karten eingetragen sind. (Die Autobahnen sind hier nicht für Radfahrer gesperrt. Auf den breiten Standstreifen kommt man gut und sicher voran. Der schnelle überholende Verkehr ist allerdings nervig und an den Ein- und Ausfahrten ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.)

Für Russland habe ich in Deutschland keine brauchbaren Karten gefunden. Die Übersichtskarten in deutschen Autoatlanten und auf den erhältlichen Europakarten sind bezüglich Russland sehr veraltet und (auch für Autofahrer) unbrauchbar. Zwischen Petrozavodsk und Murmansk hat sich in den letzten 10 Jahren mehr geändert als bei uns in den letzten 60 Jahren. Eine brauchbare Karte im Maßstab 1:800.000, habe ich mir schicken lassen von Karttakeskus Oy, Opastinsilta 12 B, 00520 Helsinki/Finnland (http://www.genimap.fi/english/index.html bzw. Fax 00358 201 340 449). Die Karte (KARJALA, ISBN 951-593-537-7) deckte das gesamte befahrene Gebiet von St.Petersburg bis Norwegen ab. Die Ortsnamen sind in kyrillischer und lateinischer Schrift gedruckt Die Karte ist relativ aktuell. Wegen der hohen Portokosten (Lieferung nur per Nachnahme) kostete sie mich am Ende aber ca. 50,00 DM (25 EUR). Günstiger wäre es gewesen, eine entsprechende russische Karte in St.Petersburg zu kaufen. (In den großen Städten ist das Warenangebot in den vielen Geschäften heute vergleichbar dem Angebot in deutschen Großstädten. Das Problem ist dort heute eher die fehlende Kaufkraft bei einem großen Teil der Bevölkerung.) An die russische Schrift gewöhnt man sich relativ schnell, weil die meisten Straßenschilder die Ortsnamen in kyrillischen und lateinischen Buchstaben anzeigen.

In Norwegen sind Landkarten relativ teuer (ca. 25,00 DM) Zunächst kommt man aber mit einer einzigen Karte für ganz Norwegen aus (Hele Norge, 1:1.000.000). Das Straßennetz in Nord-, Mittel- und auch noch im nördlichen Südnorwegen ist nicht sehr dicht, das Land ist oft nur dünn besiedelt und die Karte ist sehr detailreich. Trotz des Maßstabs sind praktisch alle Straßen (auch verkehrsarme Nebenstraßen!) eingezeichnet. Erst etwa 80 km vor Oslo braucht man eine genauere Karte, am besten wohl Östlandet sör (1:150.000). Straßenkarten, Proviant und warmen Kaffee erhält man in Norwegen an jeder Tankstelle.

In Schweden sind die detailreichen Röda Kartan (1:250.000, im Norden 1:400.000) zu empfehlen, trotz ihres etwas hohen Preises.

In Dänemark gibt es genaue und preisgünstige Karten im Maßstab 1:200.000

Ich habe festgestellt, dass sich die Karten und Touristeninformationen sich schnell zu einem immer größer werdenden Paket entwickeln. Aus heutiger Sicht empfehle ich deshalb, Karten möglichst erst unterwegs zu kaufen und nicht mehr benötigte Karten wegzuwerfen oder nach Hause zu schicken.




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Andere Informationsquellen:

Die wertvollste Quelle habe ich gefunden unter
http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Frank.Braechter/Deutsch/Reisen/Karelien/Index.htm
(Wichtig: Groß- und Kleinbuchstaben genau beachten!)
Frank Braechter erzählt hier zwar "nur" von einer Tour durch Karelien. Seine "Näheren Informationen" entpuppen sich aber als ein hervorragender Fundus, als wahre Schatztruhe.

Wer die baltischen Staaten intensiver bereisen will, findet nützliche Informationen in der Broschüre "Velo Via Baltica". Man erhält sie für ca. 20,00 DM von der Baltischen Zentrale für Fremdenverkehr, Woldsenstr. 36, 25813 Husum, Tel. 04841 3004/Fax 04841 2109, Internetadresse: http://home.t-online.de/home/veloviabaltica/inhalt.htm. Die Entwicklung der Tourismus-Branche ist in den Baltischen Staaten aber z.Zt. derart stürmisch, dass viele Informationen in der Broschüre nicht mehr zutrafen. Die Anschaffung lohnt eigentlich nur, wenn man eine mehrwöchige Rundreise durch die baltischen Staaten plant.

Der Reiseführer über die Masuren, den ich vor meiner Reise ausgiebig studiert hatte, weckte in mir Erwartungen, die später vor Ort nur zu großen Enttäuschungen führten.

Unbedingt empfehlenswert ist allerdings die Vorbereitung auf die Städte Prag, Warschau und vor allem St.Petersburg. Sehr nützlich finde ich hier die HB-Bild-Atlanten.




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Visum:

Für Russland benötigt man ein Visum, für die übrigen Staaten auf meiner Route genügte ein Reisepass. Das Visum für Russland muss rechtzeitig vorher (mind. mehrere Wochen) bei der russischen Botschaft in Deutschland beantragt werden. Es wird für längstens einen Monat und nur für eine einmalige Einreise erteilt. Es muss eine zusätzliche Krankenversicherung für Russland abgeschlossen werden und nach der (problemlosen) Einreise muss man sich bei einem vorher ausgemachten Hotel oder Reisebüro melden, wo man gegen eine geringe Gebühr an irgendeien Behörde weitergemeldet wird. Das alles ist fast so kompliziert wie die Hürden, die bei uns in Deutschland aufgebaut werden, wenn ein Russe hierher zu Besuch kommen will. Ich habe zum Glück in Nürnberg ein Reisebüro gefunden, das auf Russlandreisen spezialisiert ist und alles für mich korrekt und preiswert erledigte:
KALINKA, Internationale Reisedienste GmbH, Wettersteinstr. 47, Nürnberg, Tel. 0911-41 82 66




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Gesundheitsvorsorge:

Auch hierzu findet man bei Frank Braechter (s.o.) viele Tips und Links. Deshalb hier nur einige ergänzende Hinweise.

Wegen Impfungen wenden Sie sich rechtzeitig (2 - 3 Monate vor der Abreise) an Ihren Hausarzt. Teilweise sind mehrere Impfungen in zeitlichem Abstand nötig. Und Sie sollten auch nicht viele verschiedene Impfstoffe innerhalb weniger Minuten in sich hineinpumpen lassen. Ich hatte zwar nicht den Eindruck, dass in den bereisten Ländern ein höherer Impfschutz nötig ist als bei uns. Aber auch in Deutschland und den angrenzenden Staaten sollte man sich bei vorhersehbarem mehrmonatigem Aufenthalt in der Natur gegen Tetanus und FSME und eventuell auch gegen Hepatitis A und Tollwut schützen. Der Impfstoff gegen Tetanus enthält in Deutschland oft auch eine Komponente gegen Diphtherie.

Sehr wichtig erscheint mir die Mitnahme von verschiedenen(!) Mückenabwehrmitteln. Ich habe Autan mitgenommen und Pellit Spray, eine klare Flüssigkeit mit dem Wirkstoff N,N-Diethyl-m-toluamid (DEET) in einer Pumpzerstäuber-Flasche. Mit dem zuletzt genannten Mittel kann man schnell und effektiv die Fußgelenke (ggf. auch auf die Socken sprühen!), die Hände und Unterarme, das Gesicht und die Kopfhaare einsprühen. Das genügt, denn mit kurzen Hosen und kurzärmligen Hemden wird man sich wegen der vielen Mücken in der Tundra außerhalb des Zeltes ohnehin nicht aufhalten. Den Bereich um die Augen sollte man beim Einsprühen des Kopfes gut mit der anderen Hand abdecken, sonst schwellen einem die Augen zu. Die Wirkung der Mittel war unterschiedlich. Es gab Gegenden, da wirkte nur das DEET-Mittel. In anderen Gegenden wirkte dann wieder nur Autan. In den Apotheken in Nordrussland werden gegen Mücken kleine Blech-Döschen mit einer angenehm riechenden Paste verkauft, die an den in unseren Apotheken erhältlichen Tigerbalsam erinnert. Ob die Wirkungstoffe vergleichbar sind, kann ich nicht beurteilen, Geruch und Aussehen sind ähnlich, aber nicht gleich. Das russische Mittel wirkte manchmal ein bisschen und manchmal nicht.

Noch ein Hinweis für Russland: Trinken Sie möglichst nicht das Wasser aus den Hähnen Ihres Hotelzimmers. Alle Hotels wurden in den letzten Jahren privatisiert und renoviert, für eine völlige Erneuerung der kompletten Sanitärinstallation reichte das Kapital dabei meistens nicht. (Es gibt in Russland aber überall gutes und preiswertes Mineralwasser in Flaschen.)




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Zahlungsmittel:

Nehmen Sie mindestens eine Kreditkarte mit (aber nur Visa- oder Eurocard, andere sind unbekannt). Mit der EC-Karte (EuroCheck-Karte) kommt man in Tschechien, Polen und den Baltischen Staaten gut zurecht, in Russland kennt die EC-Karte niemand und in Norwegen kann man sie höchstens bei Geldautomaten verwenden, dabei wird sie dann aber oft wegen Kommunikationsschwierigkeiten mit irgendeinem Zentralcomputer zurückgewiesen. Das Netz der Bankfilialen und Geldautomaten ist in den bereisten Ländern inzwischen mindestens so dicht wie bei uns. Die genannten Kreditkarten werden in den von mir bereisten Ländern in fast allen Hotels und in vielen besseren Restaurants akzeptiert. Für EC-Karten gilt das nur in Tschechien, Polen und den baltischen Staaten. Mit der auf meiner Reise verwendeten deutschen Visa-Card konnte man in Norwegen und Schweden auch problemlos einkaufen und telefonieren und in den Tankstellen jederzeit an mindestens einer Zapfsäule ohne den Gang zur Kasse tanken, egal ob die Tankstelle geöffnet oder geschlossen war.

Bargeld in DM (entsprechendes gilt ab Jan.2002 wohl auch für den EURO) wurd in den Banken der bereisten Länder problemlos in die Landeswährung gewechselt. An den Grenzen gab es auf der einen oder anderen Seite meistens auch eine Wechselstube. Die Öffnungszeiten sind ähnlich wie bei uns.

Die Mitnahme von US-Dollar nach Russland macht inzwischen kaum mehr Sinn. Obwohl der Kurs von US-Dollar und DM regelmäßig auf den Titelseiten der Zeitungen stand (wie bie uns die Tendenzen von Dax und Dollar-Kurs), wurden US-Dollar höchstens in Hotels und Banken angenommen, DM überhaupt nur bei der Bank.

In einer Bank in Nickel, der letzten russischen Stadt vor der Grenze nach Norwegen, habe ich problemlos und ohne viel Verlust meine übriggebliebenen Rubel und die mitgenommenen, aber nicht benötigten US-Dollar in norwegische Kronen umgetauscht. Oft wird empfohlen, einen Beleg vom ursprünglichen Wechseln aufzuheben, um später nachweisen zu können, dass man die russische Valuta in Russland gekauft hat. Von mir wurde ein solcher Beleg aber nicht verlangt.

Zwei Tage nach meiner Rückkehr habe ich mich übrigens auf meine ungeschickt eingesteckte EC-Karte gesetzt. Sie ist dabei zerbrochen ...

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