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Bilbao bis St.Jean in Frankreich
(14. - 17. Juni 2002, 294 km)
DAS SOLLTE MAN WISSEN:
Das Baskenland ist wunderschön, wenn man die Industrieregion um die Großstadt Bilbao erst mal hinter sich gelassen hat. Die Basken sind ein eigenes Volk mit langer Geschichte, mit eigener Sprache (kein spanischer, französischer oder keltischer Dialekt sondern eine vor-indogermanische alteuropäische Sprache). Sie haben ein ausgeprägtes ethnisches Selbstbewusstsein. Sie sind außergewöhnlich herzlich und manchmal auch introvertiert impulsiv. Die ETA ist nur eine sehr kleine Gruppe von Radikalen und wird von der überwältigenden Mehrheit der baskischen Bevölkerung abgelehnt (vor allem wegen der Attentate, teilweise aber auch aus anderen Gründen). Es träumen fast alle von staatlicher Selbständigkeit und politischer "Wiedervereinigung" aller Gebiete, in denen die Bevölkerung überwiegend baskisch-stämmig ist. Dieses "Volksempfinde" ist nachvollziehbar und wohl auch legitim. Und der jetzige Zeitpunkt (Verlagerung hoheitlicher Kompetenzen im Rahmen der Fortentwicklung der europäischen Vereinigung; möglicherweise Entwicklung von einem Europa der Nationalstaaten zu einem Europa der Regionen) ist für eine Verwirklichung vielleicht auch günstig. Andererseits würde eine Loslösung des Baskenlandes von Spanien mit Sicherheit erhebliche gesamtwirtschaftliche Kosten und Nachteile für die Basken bringen. Und mehr Autonomie als jetzt schon würde in einem dann zwangsläufig zentralistischeren Europa-Staat das Baskenland als eine von weit über hundert kleinen europäischen Regionen wohl auch nicht erhalten. Es muss daher angezweifelt werden, ob in Anbetracht der weitgehenden Autonomie, welche die Basken im heutigen Spanien genießen, eine Loslösung von Spanien sinnvoll wäre. Jedenfalls sind Terrorakte jedweder Art in der derzeitigen Situation nicht zu rechtfertigen. Schließlich gibt es in Spanien keine Diktatur und keine Willkürherrschaft mehr!
(Klick hier für weitere Hintergrundinformationen!)
Aufstieg ins baskische Küstengebirge zwischen Bilbo (Bilbao) und Donestia (San Sebastian)
Zwischen der Hauptstraße von Bilbo (span. Bilbao) nach Donostia (span. San Sebastian) und der Atlantikküste setzt sich das nordiberische Küstengebirge mit über 1000 m hohen grünen Bergen fort. 15 km hinter Bilbo zweigt von der Hauptstraße nach Donestia eine kleine Nebenstraße in Richtung Lekeitio (an der Atlantikküste) ab. Dabei geht es zunächst durch ein waldreiches, oft schattiges Tal hinauf nach Urruchua.
Weite Aussicht vom "Balcon de Biskaia"
Hinter Urruchua (uriges Gasthaus!) geht's noch ein Stück weiter rauf. Der Ausblick dabei ist großartig.
In den Bergen hinter der Küste
Die folgende Abfahrt zur Küste ist viele km lang und führt durch ein grünes, waldreiches Tal mit Wiesen und Weideflächen. Asterix lässt grüßen ...
500 m vor dem Atlantik
In diesem Flüsschen kurz vor Lekeitio am Atlantik steigt und fällt das Wasser schon mit den Gezeiten (siehe das Boot am Ufer).
Lekeitio
Die breite Bucht, an der das Fischer- und Urlaubsstädtchen Lekeitio liegt, enthält in der linken Ecke einen (sauberen!) Hafen für große Fischerboote und Yachten (mit hübschen Restaurants und Hotels darüber) und auf der rechten Seite einen breiten Sandstrand.
Atlantikküste zwischen Lekeitio und Ondarroa
Zwischen den beiden Fischer- und Urlauberstädtchen, jeweils an tief eingeschnittenen Buchten mit einem schönen Sandstrand gelegen, ist die Atlantikküste felsig und wildromantisch. Auf halber Höhe der bewaldeten Felsküste führt eine kaum befahrene kleine Asphaltstraße, ideal zum Radfahren. Auf ihr begegnen einem nur selten Autos, aber oft Radfahrer auf Rennrädern, Mountainbikes oder ganz gewöhnlichen Tourenrädern.
Donostia/San Sebastian
Donostia (spanisch: San Sebastian) ist eine große, schicke Stadt. Sie war mit Abstand die schönste von allen Städten auf meiner Reise, vielleicht die schönste Stadt überhaupt, die ich kenne.
Im Tal des Rio Urumea
Hinter Donestia fährt man zunächst ca. 10 km durch erträgliches Wohn- und Gewerbegebiet bis Hernani. Dann geht's viele km aufwärts im engen grünen Tal des Rio Urumea mit schattenspendendem Wald und einem rauschenden Flüsschen bis man schließlich zum Puerto de Usateguieta, einem Pass in 700 m Höhe, kommt.
Goizueta im Urumea-Tal
Goizueta ist der einzige nennenswerte Urlauberort in diesem Tal. Goizueta ist in der überlieferten Tradition restauriert. Ansonsten gibts hier auf 40 km nur einige Weiler, Gasthöfe und drei schön gelegene und gut ausgestattete Campingplätze.
Schneepflug auf dem Puerto de Usteguieta
Auf dem Sattel am oberen Ende des langen Tals, dem Puerto de Usateguieta, sieht man schon die ersten Pyrenäen-Gipfel. Im Winter ist hier auf 700 m Höhe wohl des öfteren ein Schneepflug nötig. Ich freute mich über die angenehm frische Höhenluft und genoss die folgende lange Abfahrt durch ein weites Gebirgstal mit vielen Almwiesen und gepflegten Dörfern, wo ich auch mehrere ordentliche Hotels und Gasthöfe antraf.
Aufstieg zum Puerto de Izpegui
Unten im breiten Tal hinter der Kleinstadt Doneztebe zunächst einige km auf einer ebenen Hauptstraße mit erträglichem Verkehr. Dann (ab Erratzu) folgte auf einer kleinen Nebenstraße der nächste Aufstieg zum 700 m hohen Pyrenäen-Pass Puerto de Izpegui mit der Grenze nach Frankreich. Die ersten km geht es dabei recht idyllisch durch lichten Eichenwald, später mit vielen Windungen und großartiger Aussicht bis zum Pass.
Blick zurück ins schöne Baskenland
Kurz vor dem Pass Puerto de Izpegui mit der Grenze nach Frankreich ein Blick zurück ins schöne Baskenland.
Flotte Abfahrt auf der französischen Seite
Die Abfahrt auf der französischen Seite hinunter nach Saint-Étienne ist beeindruckend und steil, aber nicht mehr so lieblich.
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